Futura SE für 3D – 2001

Futura SE für 3D

Erfahrungsbericht von Bernd Kartnaller
(Bericht Ende 02. September 2000 – letzte Ergänzung 22. Jänner 2001)

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Inhalt:
(gewünschtes bitte anklicken!)

  • Wie ist das System konfiguriert:
  • Angaben zum Modell
  • Umbauten zum Originalbaukasten
  • Einstellwerte und Angaben
  • Die Umbauten:
  • Änderung der Seitenplatten
  • Push-Pullanlenkung von Pitch
  • Höhen- und Seitenleitwerk
  • Lüftergebläsehalter
  • Resonanzrohr
  • Der Motor:
  • Motor allgemein
  • Motorprobleme
  • Verbesserung des Flugverhaltens:
  • Paddeltausch
  • Schwerpunkt

Wie ist das System konfiguriert:

Angaben zum Modell:

  • Gewicht: 5,3kg ungetankt mit Blätter
  • Drehrichtung: links
  • Übersetzungsverhältnis: original = Haupt 9,23 : 1 – Heck 1:4,92 (original = 1:4,66)
  • Motor: Webra Racing 61 R(1036 HWM) (Heckdrehschieber, Heckvergaser, Heckauslaß) mit Promixvergaser
  • Kerze: A3 bzw. OS 8 bei 25% Nitro
  • Schalldämpfer: Hatori (abgewinkelt wegen Heckauslassmotor)
  • Sender: Futaba FC-28 V3.2
  • Empfänger: Futaba Doppelsuper PCM
  • Servos: Roll/Nick = Graupner DS8411 digital (Haltekraft 180 Ncm), Pitch = Futaba 9204 (Stellkraft 80 Ncm), Heck = Graupner DS8417 digital (Haltekraft 110 Ncm), Gas = Futaba 9202
  • Kreisel: CSM  – ICG 360 (Lockmodus in allen Flugzuständen)
  • Drehzahlregler: Robbe Governor GV-1
  • Hauptrotorblätter: Vario 3D (Blatttiefe 65mm, Profildicke 9,5mm)
  • Heckrotorblätter: NHP (Blatttiefe 30mm, Profildicke 5mm, Rotorkreisdurchmesser 270mm)
  • Paddel: 26g Paddel von Robbe (Drehkreisdurchmesser 650mm)
  • Sprit: Technoflash 12% Nitro bzw. 25% Nitro für mehr Leistung (Fa. Lukschitz)

 Umbauten zum Originalbaukasten:

  1. Vor allem auf Grund des speziellen Motors (Heckvergaser, Heckauslaß) mussten die Seitenteile der Mechanik umgebaut werden. Verwendet wurde 2mm Carbonplatte (Eigenbau) die nach unten verlängert wurde. Das original Aluminium-U-Profil musste ja wegen des Heckvergasers durchtrennt werden.
  2. Verlängerte Arme am Pitchkompensator, um ein Überkippen bei großen Negativpitchausschlägen zu verhindern (Ist mir schon mal im Flug passiert! Sprang aber wieder zurück – endete trotzdem mit einem Knick im Heckrohr!) – Umbau ist dringend zu empfehlen!!
  3. 26g Paddel von Robbe (eigentlich von Mikado) für ruhigeres Flugverhalten beim Schweben
  4. Push- Pullanlenkung für Pitch mittels Carbonumlenkhebel (Eigenbau)
  5. 3-D Seiten- und Höhenleitwerke aus Carbon (Eigenbau)
  6. Kufenbügel von Vario für besseren Stand bzw. um genügend Bodenfreiheit für den Auspuffkrümmer zu bekommen und 12mm Carbon-Kufenrohre (Eigenbau)
  7. Lüftergebläsehalter aus Carbon (Eigenbau), das Original aus Alu ist durchvibriert
  8. Adapterstück zur Befestigung des Resorohres, da dieses, bedingt durch den Heckauslassmotor, ansonsten schräg in der Originalhalterung zu liegen kommt und zusätzliches Knicken des Resorohres
  9. Kohlefaserschubstange 4mm für Heckanlenkung + Servo auf Heckrohr befestigt
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Einstellwerte und Angaben:

  • Pitch: ca.+/- 9°
  • Heck: Servohebellänge 18,5mm, Umlenkhebel Heck inneres Loch = 27mm, Weg der Schiebehülse bei Vollausschlag 16mm
  • Schwerpunkt: Mitte Hauptrotorwelle für neutralen Flug auf dem Rücken
  • Resorohr: Länge bis Prallplatte 365mm
  • Drehzahlen: 1500 U/min Schweben/Rückwärtsflug – 1700 U/min leichter Kunstflug/Rückenschweben/Rückwärtsflug inverted – 1900 U/min 3D

Die Umbauten:

Änderung der Seitenplatten:

Wie schon erwähnt musste ich die U-Schiene aus Aluminium an der Unterseite der Mechanik durchtrennen, um für den Heckvergaser Platz zu schaffen. Zuerst versuchte ich durch Verbinden mit Aluwinkeln den Festigkeitsverlust (verminderte Verdrehsteifigkeit der Mechanik) auszugleichen. Nach einigen Flügen sind jedoch die Originalaluminiumseitenplatten unterhalb des Motorträgers gebrochen und ich musste mir eine Alternative ausdenken.

Ich machte mit CFK-Platten in 2mm Stärke und verlängerte Platten in der gewünschten Form nach unten um den Vergaser herum. Die Verwindungssteifigkeit war jetzt gegeben und die Seitenteile sind praktisch unzerstörbar.

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Ausführung mit original Seitenteilen, jedoch Seitenteile in CFK nachgebaut

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adaptierte CFK-Seitenteile

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Detail: Seitenplatten mit Aussparung für Vergaser!

 

Push-Pullanlenkung von Pitch:

Hier kommt ein zusätzlicher Umlenkhebel (1:1), der an der Seitenplatte befestigt wird, zum Einsatz. Im Gegensatz zu dem von Robbe angeboten Push-Pull Umbausatz wird hier das zweite Taumelscheibenservo nicht mehr nur über die Taumelscheibe mitgekippt, sondern direkt vom Pitchservo angesteuert. Es muss bei den Hebelverhältnissen unbedingt die Mischungsverhältnisse 1:1 eingehalten werden, ansonsten kommt es nicht zu Verspannungen bei Betätigung von Pitch (ungewollte Roll- bzw. Nickbewegungen).

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Höhen- und Seitenleitwerk:

Sowohl Seiten- als auch Höhenleitwerk wurde mit entsprechenden Aussparungen versehen (Seitenleitwerk 2mm CFK, Höhenleitwerk 1mm CFK)

Lüftergebläsehalter:

Die Originalhalter aus Alu brachen durch die Vibrationen und wurden durch CFK-Teile (1mm stark) ersetzt. Die Form wurde vom Aluteil übernommen. Die Teile sind auch als original Tuningteile von Robbe erhältlich!

Resonanzrohr:

Das Hatorirohr musste mit einem Knick versehen werden, damit zum Einen die Abstimmlänge und zum Anderen die Befestigungsposition beibehalten werden konnte. Das Rohr wurde eingeschnitten und in die gewünschte Form geknickt und anschließend mit Autogenflamme hartgelötet (Danke Walter!). Das hält dauerhaft und hat keinerlei Auswirkung auf die Eigenschaften des Rohres.

Zur Befestigung am Heckausleger dient die Originalhalterung mit einem zusätzlichen Teflonteil mit Gelenk.

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Die Befestigung des Resorohres mit Teflonstück!

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Deutlich sichtbar die Lötstelle hinter dem Druckanschlussnippel!


Der Motor:

Motor allgemein:

Der eingebaute Motor hat lt. Angaben des Herstellers eine Leistung von 3PS bei 21.000 U/min, diese Leistung kann allerdings nicht ausgeschöpft werden da diese hohen Drehzahlen im Heli nie erreicht werden. Zudem hat der Motor teilweise eine sehr sprunghafte Kraftentfaltung, die trotz eingestellter Gaskurven zu starken Drehzahlschwankungen im Flug führt. Eine konstante Rotorkopfdrehzahl konnte ich erst mit dem Einsatz eines Drehzahlreglers erreichen.
Um im original Gebläsegehäuse Platz zu finden, musste am Extremkühlkopf seitlich und hinten einige Kühlrippen entfernt werden.
Der Einsatz von nitriertem Sprit brachte ein ruhigeres Laufverhalten und bessere Kühlung.

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Motorprobleme:

Der allererste Motor lief sehr gut bis sich herausstellte, dass nach jedem Flug eine Kerze verschlissen war. Der Grund dafür war schnell gefunden! Die Wolframgewichte der gewuchteten Kurbelwelle waren nicht dauerhaft genug eingeklebt, rutschten nach hinten und verursachten Abrieb am Titanpleuel. Kurbelwelle und Pleuel wurden von Webra anstandslos ausgetauscht (lt. Webra war ein bekanntes Problem, dass bei der Erstserie auftrat).

Der Motor wollte aber danach nicht mehr laufen. Nach nur zwei Tanks war der Motor blockiert und das Titanpleuel am unteren Auge blau angelaufen und der Kurbelzapfen beschädigt. Kostenloser Austausch des Pleuels (Kurbelwelle wurde wieder verwendet) von Webra folgte mit dem Hinweis den Motor nicht mager laufen zu lassen. Dies war von mir zu der Zeit nicht nachvollziehbar, da der Motor bis zum Ausfall sehr fett eingestellt war und kaum Leistung brachte.

Neuer Versuch folgte mit dem selben Ergebnis. Motor kaputt, Pleuel und Kurbelzapfen blau. Webra war nicht mehr kulant und prognostizierte einen Bedienfehler.

Ich wagte einen letzten Versuch mit dem Motor und bestellte ein neues Titanpleuel und polierte den Kurbelzapfen der Kurbelwelle auf. Ebenso polierte ich die zum Pleuel zeigende Seite des Drehschiebers (war relativ rauh) und kontrollierte das Spiel zwischen Kurbelwange der Kurbelwelle und dem Heckdrehschieber, dabei stellte fest, das das Spiel viel zu gering war (0,1mm). Daraufhin schmirgelte ich das untere Pleuelauge um zusätzliche 0,15mm ab, um bei der Erwärmung im Flugbetrieb genügend seitliches Spiel zu haben. Dieser Motor funktioniert seit da problemlos.

Ich habe noch 2 Stk. dieser Motore die in der Toleranz vom Werk aus schon größer gearbeitet wurden und muss leider feststellen, das bei oben genannten Motor Toleranzprobleme in der Fertigung festzustellen waren, die leider ich zu tragen hatte.

Ich musste feststellen, das das untere Pleuelauge sicher ein Problempunkt am Motor ist und ich darum bei jedem Motor, den Drehschieber wie oben beschrieben, aufpoliere und für zusätzliches Spiel sorge.

Später setzte ich dann auch noch den Drehzahlregler ein, der sicherlich zusätzlich zur Motorschonung beitrug und habe seither keinen Motordefekt mehr.

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unteres Pleuelauge blau angelaufen Kurbelzapfen abgebrochen

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Drehschieber beim Kurbelwellenmitnehmer eingelaufen!

Verbesserung des Flugverhaltens:

Paddeltausch:

Der SE mit den Originalpaddeln (sehr dünnes Profil 4mm und sehr leicht) ist nicht gerade ruhig im Flugverhalten. Zuerst versuchte ich durch das Anbringen von Zusatzgewichten auf der Paddelstange ein ruhigeres Flugverhalten zu erzielen, dies brachte nicht gewünschten Effekt.

Der Tausch auf die Robbepaddel (Profildicke 6mm und etwas schwerer) hat da einiges gebracht. Das stabilere Flugverhalten hat sich auch im Kunstflug positiv ausgewirkt, weniger Wegdrehen im Looping und beim Überschlag und weicheres Ansprechen beim Schwebeflug mit geringerer Windempfindlichkeit.

Das Ansprechverhalten bei den Überschlägen und den 3D-Figuren ist zwar langsamer, die positiven Eigenschafen überwiegen aber meiner Meinung nach.

Mittels der Zusatzgewichte auf der Stabistange kann das Flugverhalten weiter beeinflusst werden.

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Paddel mit Zusatzgewichten

Schwerpunkt:

Der Schwerpunkt legte ich lange Zeit ca. 1-2mm vor die Hauptrotorwellenvorderkante, um besser Rollen fliegen zu können. Beim Schweben auf dem Rücken musste ich jedoch immer Nick drücken.

Den Schwerpunkt legte ich möglichst genau Mitte Rotorwelle (etwas vorne) und erreichte somit ein annähernd neutrales Flugverhalten, auch auf dem Rücken. Eine Begleiterscheinung war das die Überschläge deutlich gerader wurden.

Tipp: Den Scherpunkt so einstellen bis auf dem Rücken keine Trimmumstellung auf Nick mehr notwendig ist!


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